wie es kam...

Tja, irgendwie verlaufen meine Reisen immer katastrophal, was mir den Spitznamen "Dr. Katastrophe" einbrachte. Leider sind nicht mehr alle Reiseberichte vorhanden. In manchen Fällen nur noch ein "Beschwerdebrief"...

kreative (!) Anregungen sind willkommen!

Euer
Dr. K.

Montag, 3. Juni 2013

Belgrad

Osam Pivo

Das ursprüngliche Ziel Sofia wurde wegen fehlender oder unbrauchbaren Flugverbindungen gekippt und so buchten wir im März die serbische Hauptstadt. Wir wollten doch etwas mehr Abenteuer, angefangen beim Geldtauschen.
Zu unserer 5er Truppe aus Helsinki gesellten sich nach dem Ausfall des Lekars (serb. für Arzt) noch der V-Mann, Faxe, die Nuschel und Chorche. So dass wir ein gemütliches 8-Mann Zimmer für uns buchten.
Hin von Dortmund, zurück nach Düsseldorf, damit wir statt um 6 um 8 fliegen konnten und 2 Stunden länger hätten schlafen können. So viel zur Theorie.
Bei der Buchung war bei Fart statt dem Vornamen nur zweimal der Nachname auf dem Ticket gelandet. Kollateralschaden: 70 Piepen. Immerhin ging’s sonst soweit gut bis zur Ankunft. Auf dem Weg vom Flughafen zur Unterkunft fing es an, zu nieseln, dann zu regnen, dann zu schütten und schließlich zu hageln. Auf dem Markt gegenüber des Busbahnhofs versuchten die Leute das Wasser und die Eishaufen mit Schüppen zu entsorgen.

Da es grade Mittagszeit war, musste man also ein nahegelegenes Restaurant suchen. Klar , dass es nur was gab, was definitiv kein Tourist finden würde. Sofort wurden für uns Tische zusammengestellt und der Kellner nahm zunächst unsere Getränkebestellung auf. Im Flugzeug hatten wir uns ausführlich mit der serbischen Sprache auseinander gesetzt und hatten annähernd fließend alles zum Überleben gelernt. Entsprechend lautete unsere Antwort: Osam Pivo (acht Bier, gesprochen oßam piwo). Vorab gab’s dann brennende Peperoni und Salat (Gurken, Zwiebeln und richtig leckere Tomaten). Das Hauptgericht (mehr oder weniger auch alle gleich) bestand aus einem Pljeskavica (einer Art Riesenfrikadelle). Beilagen? Vollkommen überbewertet! Anschließend den obligatorischen Sliwowitz und zum Nachtisch frische Erdbeeren.
Jetzt aber genug der Vitamine und auf zum Hostel. Das war topp. Das Bad neben uns war nicht nur sauber sondern auch relativ neu und schön. Direkt vor der Türe die Fressmeile. Aber zunächst mal zur Hauptfußgängerzone bis zur Festung. Diese liegt auf einer kleinen Anhöhe beim Zusammenfluss von Donau und Save. Mittlerweile scheint die Sonne und es angenehm warm.
Die jüngeren Mädels tragen gern zerrissene Jeans, Joggingbuxen sind bei beiderlei Geschlechtern sehr beliebt. Die Frauen tragen nicht so viel Glitzer wie weiter Richtung Osten. Allerdings sind viele doch eher aufgetakelt und bei manchen Schein-Schönheiten sieht man erst aus der Nähe, dass sie Baubranche kräftig unterstützen, indem sie viel Spachtelmasse abnehmen. Viele haben unreine Haut, möglicherweise der Luftverschmutzung geschuldet.
Zurück zum Zimmer, und dann direkt vor die Tür. Osam Pivo und lecker Essen. Die Portionen sind hier immer riesig. Es gibt einen An-Den-Tisch-Kommen-Und-Musik-Machen „Band“. Als sie bei uns sind, frag ich nach „Katjuscha“, dass der Sänger natürlich kennt. Wir singen die erste Strophe gemeinsam. Ich sing es nochmal für ihn auf Deutsch. Die wollen scheinbar länger bei uns bleiben. Am nächsten Abend bekomme ich ein Verbot, weitere Musiker anzusprechen.

Freitag ist es heiß! Chorche hat als einziger kurze Hose und Sandalen. Wie ich ihn beneide. Wir laufen zu einer der größten orthodoxen Kirchen der Welt (sozusagen die serbische Antwort auf die Sagrada Familia – seit Jahrzehnten in Bau).
Dann geht’s endlich zum Wasser. Als wir einen Polizisten nach Bootstrips fragen, werden wir erst mal angeschissen und ziehen kleinlaut weiter. Als die Hoffnung (und der Pier) schon fast vorbei ist, finden wir einen Kahn, den wir kurzer Hand komplett für 75 Minuten mieten. Pivo soll‘s auch geben, aber nur noch 5 Patronen. Das ist blau-weiß und schmeckt nicht. Aber der Kapitänssohn (mit deutschem Pass aber ohne deutschen Wortschatz) springt später noch mal von Bord, um eine Palette Jelen zu holen (das trinken wir fast immer, ist auch schwarz-gelb). Nun wird Osam Pivo auch vertont.
Später am Abend will jemand kein Pivo mehr. Da wir das Wort für 7 oder gar 6 nicht kennen, ist die Bestellung klar: Osam Pivo!
In der Stadt legt ein DJ auf. Angeblich beschwert sich keiner vor 1:00 Uhr morgens. Sauber! Unvorstellbar hier.

Ein bisschen Sozialismus ist auch noch geblieben: Wir holen osam pivo im Supermarkt in Flaschen. Aufgeregt erklärt die Verkäuferin, dass auf Glaspullen Pfand sei und wir das zahlen müssen. Egal bei den paar Cent. Wir sollten die Quittung aufheben, um das Pfand zurückzubekommen. Da der Laden bei uns um die Ecke ist, probieren wir das natürlich aus. Wir bringen aber nur 6 Pullen zurück. Das ginge aber nicht, auf der Quittung stünden ja 8, erklärt die Verkäuferin - Ordnung muss schließlich sein!
Am nächsten Tag regnet es natürlich wieder. Und zunächst entsteht kurzzeitig Ärger über die Pfeifen der serbischen Fluggesellschaft, die unseren Flug von 8:05 Uhr auf 4:50 Uhr vorgezogen haben. Na das hat sich ja richtig für uns gelohnt, nach Düsseldorf zu fliegen…
Nach dem Frühstück scheint wieder die Sonne und es steht Kultur auf dem Programm: Es folgt eine 2½-Stündige Katakombentour, wo es dann auf den letzten paar Metern auf glitschigen Stufen auch noch ein paar blaue Flecke gibt. Und anschließend Weinprobe. Wobei der Geschmack doch eins klar macht: bei nächsten Mal muss es wieder heißen: Osam Pivo!
Wir fahren noch in die „Neustadt“, wo es einen Hügel gibt, auf den man eine wunderbare Sicht über Belgrad und die erstaunlich grüne Umgebung hat. Wie alle Stopps, die wir machen, ist es auch hier wieder sehr entspannt. Kurzzeitig hatten einige von uns überlegt, stattdessen z.B. shoppen zu gehen, aber irgendwie wollte keiner die Gruppe verlassen. Abends gehen wir nochmal richtig lecker essen. Wir haben zwei 4er Tische und bestellen auf Empfehlung des Kellners pro Tisch eine Platte für zwei Personen (ich frage mich, wie diese zwei Personen aussehen soll, die das hätten schaffen können). Ich sitze zusammen mit Fart, dem V-Mann und der Nuschel am Tisch. Die anderen schaffen nicht alles. Insbesondere deren Pljeskavica wird uns überantwortet. Bei der Berührung unserer (leeren) Platte schnellen gleichzeitig vier Gabeln und vier Messer vor und teilen das gute Stück. Es erinnert etwa an die Raubtierfütterung im Zoo, wobei der Pfleger wohl ein paar Wochen Urlaub hatte.
Wir ziehen nochmal ein Resümee und alle sind zufrieden und freuen sich schon auf den nächsten Trip.

Als wir am nächsten Morgen ziemlich übermüdet in Düsseldorf ankommen, hat Fart ein Rad ab (bzw. sein Koffer). Das führt dazu, dass unsere Gruppe zum ersten Male unfreiwillig getrennt wird.

Fazit: Eine nette Stadt, allerdings nichts Besonderes. Das Stadtbild ist eine Mischung aus KuK-Jugendstil und sozialistischen Funktionsbauten. Ich hoffe, dass die im Zerfall begriffenen Häuser noch gerettet werden können. In der Innenstadt ist es sehr gepflegt. Insbesondere an den Stadträndern sind die Leute offenbar etwas ärmer.
Die Leute sind durchweg freundlich und viele können deutsch.
Das Essen(gehen) ist gut, günstig und viel. Bis zu unserer Abreise hatten wir vermutlich drei Schweine und zwei Rinder gegessen. Und ein paar Tomaten, Zwiebeln und Gurken.

Ein sehr entspannter Trip, der Bock auf das nächste Mal macht!

Schiwili!

Montag, 27. Mai 2013

Wembley

Gebucht wurde am 1.5.: Fr. mittags von Düsseldorf über Amsterdam hin und Sonntag zurück. Es ging auch gleich super los: Der erste Flug hatte 25 Minuten Verspätung. Das machte aber nichts, denn in London waren beide Landebahnen wegen einer Notlandung gesperrt, so dass mein Anschlussflieger ewig am Boden blieb und über Heathrow nachher noch Warteschleifen flog. Effekt: 2 Stunden Verspätung. Tat mir nicht so leid, denn es war klassisches Inselwetter: Regen. Und dazu noch kalt. Ich treffe mich mit unserer Vorhut. Wir gehen gemeinsam typisch essen: Vorn Kneipe, hinten „Restaurantbereich“, allerdings kein Fish & Chips (das hatte ich hier x-mal an irgendwelchen Buden). Für mich auch eine neue Erfahrung. Dann zum Hostel und um 22:00 Uhr war dann endlich mein erster Mitbewohner da. Das Hostel hatte eine Kneipe dabei in der wir gleich ein paar Tommies kennenlernen. Ein Satz, der an dem Abend fällt, war für mich das 2. Highlight des Trips: „Everybody loves Dortmund.“ Wen auch sonst? Aber das von einem „Ausländer“ zu hören, tut unheimlich gut. Dann kommt auch schon „last order“ und wir gehen über die Straße. Dort ist ein Laden, der tagsüber offenbar Süßigkeiten und Schreibwaren verkauft. Drinnen ist eine Treppe zu einem Club. Das glaubt uns an nächsten Tag keiner. Dann kommen die nächsten 3 Jungs. Wir holen Sie ab und gehen eine Ecke weiter ins „Millers“. Dort werde ich auch am nächsten Morgen zu einem Konterbier genötigt. Die Leute sind alle nett (und - so scheint‘s – alle auf unserer Seite). Leider versacken wir dort etwas.
Nachmittags machen wir unsere gebuchte Themsetour.
Dann geht’s auch zum Stadion.
Vor dem Stadion verlieren wir uns irgendwie alle kurzzeitig. Ich gerate an einen schmierigen Fuzzi, der mir noch 2 Tickets für unsere vielen Fans ohne Karte zu „relativ günstigen Schwarzmarktpreisen“ verkaufen will. Es löst Euphorie bei zweien aus, aber die sind zu weit weg. Bevor sie uns treffen, hat der Verbrecher die Tickets anderweitig veräußert, weil er nicht warten konnte. Das ist emotionale Achterbahn und extrem bitter.
Ich bin scheinbar der einzige, der nicht nervös ist. Ich hatte nichts erwartet. Das ändert sich ich nach 20 Minuten, als ich denke, „hier kann was gehen“.
Im Stadion gibt es mehr Bauern als welche von uns, weil unser Superverein ja auch gern mal Karten in den freien Verkauf gibt (inkl. des offiziellen Fliegers des vereinseigenen Reisebüros). Ich nenne „welche“ extra nicht „Fans“. Wir hören Sätze wie „das ist mein erstes Auswärtsspiel“ und einige kennen von keinem Lied den Text. Die Stimmung ist entsprechend schwach verglichen mit anderen unserer Begegnungen dieser Art.
Ansonsten machen (vor allem vor dem Spiel in der Stadt) nur Schwarz-Gelbe Stimmung.
Wenigstens machen wir auch unsere Bude und wenn Tore mit ihren Emotionen an daraus resultierenden blauen Flecken gemessen werden, das war das schon die Reise wert. Meine Beine sind immer noch blau und tun höllisch weh.
Ok, verloren. Aber musste es unbedingt in der 89. sein?

Zunächst bin ich nicht traurig:
Als wir auf dem Weg zur U-Bahn sind, bin ich beeindruckt von der Party, die die Bauern-Fans hier abliefern. Zunächst mal erstaunlich, dass wir (d.h. die Mehrheit der Anhänger) offenbar genauso lange im Stadion waren wie die des Siegers. Entsprechend gleichverteilt bzw. gemischt ist es auf dem Weg.
Auf der letzten Beerdigung, auf der ich war, war ne bessere Stimmung. Treffend, dass der Kapitän den richtigen Namen hat: Lahm!
Erinnernd an 2008 sagen wir: Seid mal leise, die Bayern wollen feiern.
Wir feiern trotzdem!

Wieder zurück im Miller’s gibt es endlich nach über 5 Stunden wieder Bier. Spätestens jetzt sollte es dann doch zu einem richtigen Dreckswochenende werden: Glaube nicht, dass nach der Leistung des Schiris den Italienern schwarz-gelbe Sympathien entgegen schlagen. Ich bekomme noch etwas „dazu“: In der Kneipe sind ein paar Penner neben uns, die immer wieder „Napoli, Napoli“ singen (ja, praktisch der Geburtsort von Dr. Katastrophe (aber das ist eine andere Geschichte) und so schließt sich der Kreis). Auf alle Fälle klaut einer der Arschlöcher mein Trikot.
Der Abend ist für mich gegessen. Ich gehe auf mein 8er Zimmer in unserem Rattenloch und da hat man mir noch meine 2 Pullen Wasser genommen. Zur Toilette muss ich von der 4. in die 1. Etage (weil die in der 3. kaputt ist).

Am nächsten Tag ist dann die Stimmung doch unter null. Ich bin irgendwie total leer. Ich laufe bei traumhaftem Wetter entlang eines kleinen Kanals zu einem Markt und die Ruhe abseits des hektischen London lässt mich die Sache verarbeiten.
Ein Engländer gratuliert zum Spiel und zur Mannschaft vom Rad aus. Und das ist nicht der Letzte. Etwas Balsam.
Zum Abschluss fahre ich zum falschen Terminal. Ich springe in den Zug zum anderen Terminal, aber der ist falsch. Der Offizielle, den ich zuvor gefragt hatte, kommt tatsächlich freundlicherweise hinterher um mich auf meinen Fehler aufmerksam zu machen. Zu spät: die Tür geht zu. Meine Hand ist dazwischen. Ein paar Bayern-Fans versuchen mir zu helfen. Aber erst mit vereinten Kräften eines Engländers und weiteren Offiziellen werde ich befreit. Einige Finger sind auch drei Tage später noch blau - wie meine Beine.

Fazit des Wochenendes: Eigentlich ein Griff ins Klo, aber trotzdem ne klasse Sache!
Und ich kann das nächste Mal schon kaum noch erwarten…

Dienstag, 30. April 2013

real – einmal hin, Finaltickets drin…

…und wenn du es lieber kuschelig auf dem Sofa hast: wir haben auch spanische Pantoffeln.

Zur Vorgeschichte:
Wir hatten uns im Vorstand des Fanclubs darauf geeinigt, dass zunächst Leute dran sind, die bisher noch nicht auswärts waren. Entsprechend war ich auf Platz 12. Also keiner Grund für Aktionen Richtung Anreise oder gar Nervosität. Irgendwie hatte ich allerdings schon richtig Bock. Also behielt ich alles irgendwie „im Auge“.
Dann kam der eine Mittwoch und die Leute vor mir verschwanden wie die Fliegen (keinen Urlaub, kein Geld, keine Geduld – also lieber andere Quellen gesucht). Und plötzlich war ich auf Rang vier – und nervös.
Am Donnerstag kam die Zusage für die Tickets, am Freitag um 20:11 Uhr die Bestätigung für unsere Plätze im Fanflieger. Der Buchungscode lautete „MAD 023“. Passend – es war ja schon etwas verrückt…

10 Tage später ging‘s los: 3:55 Uhr am 30.4. ging der Wecker. Um 4:45 Uhr geht der Zug zum Flughafen DDorf. Zu unser kleinen Reisegruppe gesellen sich noch zwei weitere Bekannte.
„Wenn aus Herrn Weber…“ ein Mann ohne Gel in den Haaren wird. So kann’s ja nicht gehen. Aber er ist vorbereitet. Er hat es mit, um sich später entsprechend zu stylen.
Wir fliegen mit einem Charterflieger von Hamburg Airways, die auch genau zwei Flugzeuge besitzen. Der Service ist gut. mehrere Getränke (ohne Alk), Brötchen und später noch einen Riegel. Nach einem etwas holprigen Flug in einem sehr engen Flugzeug kommen wir leicht verspätet in Madrid an.
In der Stadt (wir starten an dem offensichtlichen „Haupttreffpunkt“ („Sol“ – also Sonne)) herrschen schon schwarz-gelbe Farben. Wir gehen ein paar Meter und es gibt eine Bar, die den halben Liter frisch Gezapftes für einen (!) Euro anbietet. Warum es hier nicht von Borussen wimmelt, ist uns unklar. Scheinbar gibt es aber in der Hauptstadt weniger Penner als bei uns. Trotz Wirtschaftskrise. In Dortmund würde der Laden platzen. An jedem Tag!
Dort lernen wir ein englisches Pärchen kennen, das morgens eine Stadionführung gemacht hatte und da ganz regulär (also auch zu regulären Preisen) noch Eintrittskarten kaufen konnte - hier unvorstellbar!
Keine Ahnung, wie die Meteorologen ihre Vorhersagen machen. Knochen werfen? Oder ob die richtig dicht waren. So eine daneben liegende Vorhersage hab ich noch nicht erlebt. Es ist niemals kalt und Regen gibt es nur einen Schauer, keine halbe Stunde. Die meisten Fans sind zu dick angezogen. Man riecht’s auch hier und da.
Nach dem dritten Glas (wir sind über acht Stunden auf und haben jeder nur zwei Brötchen gegessen) fängt die Lampe an zu brennen und wir beschließen über den Plaza Mayor zum Palast zu laufen (keine 500 m). Unsere einzige „internationale Auswärtsfrau“ in dieser Saison hat nicht ihren Tag: Zunächst verliert sie ihre Kamera, später auch noch das Ticket zwischen diversen Kontrollen am und im Stadion. Aufregung aber erstaunlicherweise kein Problem.
Das Wetter wird immer besser. Sonne. Eis. Lecker. Wir kommen an unserer Bar vorbei, um Herrn Weber einzusammeln, da er nicht mit war.
Wir gehen zurück zum Platz „Sol“. Ich hole ein paar Büchsen Bier am Kiosk. 1 € (da hätten wir doch lieber das gezapfte genommen). Aber da geht die Post ab. Einstimmungsgesänge. Es hat sich eine Art Kreis gebildet. Da drin stehen abwechselnd ein Vogel, der sich zum Anpeitscher hinauf schwingt und eine Latino-Penner-Oma, die bettelt.
Jeder von uns trifft irgendwen, nur ich nicht. Halte die ganze Zeit Ausschau nach meinen Donezk-Bekanntschaften, aber entdecke leider niemanden.
Wir fahren zum Stadion. Das Ding ist wie ein Vulkan innen. Nur ist unten statt Lava Rasen. Ach ja, brodeln tut es da nicht. Wir sind fast auf der Spitze und bis auf den Kraterboden bräuchte man ein Opernglas.
Das sind schon Jammerlappen diese Spanier: Auch hier gibt’s im Stadion von oben ne Heizung. In der Ukraine lass ich das ja vielleicht noch durchgehen, aber hier… Sehr cool allerdings dass es hier überall kostenloses W-LAN im Stadiongibt – und es geht! Davon kann man bei uns nur träumen…
Wir werden x-mal kontrolliert. Herr Webers Gel schafft's nicht durch die Kontrollen. Ich muss mein Plastikflaschendeckel abgeben.
Eine super Stimmung aller Borussen, fast ein Lied folgt dem nächsten. Kaum Pausen. Die Madrilenen pfeifen ab und zu, wenn unser Tormann den Ball hat.
1:0. Leichtes klatschen. Das war’s.
2:0. Doch, die leben ja tatsächlich. Wenn es so weiter geht, ich nicht mehr lange. Wir stehen kurz vor dem Herzkollaps. Durch das viele Stahlbeton scheint es eine Art Raum-Zeit-Verzerrung zu geben. Am TV habt ihr gedacht, es geht noch 2 Minuten. Tatsächlich waren es einige Stunden. Die Zeit war gedehnt. Es nahm kein Ende. Es gab kein Bier, um die Nerven zu beruhigen.
Dann ist Ende.
Ich weiß nicht mehr, wie lange wir vier uns in den Armen halten. Zeitdehnung.
Unsere Jungs kommen später immer wieder raus auf den Rasen. Die Blocksperre vergeht wie im Flug. Umgekehrte Zeitdehnung. Am Ende kommt nochmal Kloppo. Einfach nur geil! Das macht Spaß.
Vor dem Stadion brauchen wir dringend Pils. Ein Verbrecher verkauft uns ein paar Büchsen für Stück 4 €.
Dann geht’s zum Flughafen. Zwischen 0 und 6 Uhr scheint es genau einen Flieger zu geben. Also alles schön leer. Glücklicherweise hat der Flughafenimbiss 24 Stunden geöffnet. Es reicht noch für ein letztes Pils bis zum Einchecken.
Vor dem Gate erweist sich der Fußboden zwar als kalt aber doch recht bequem. Selten so gut geschlafen, bis mich Herr Weber aufgeregt darüber informiert, dass es gleich in die Sardinenbüchse zurück geht.
Nach meinem 250. Flug komme ich – wie nach Donezk – 28 Stunden später in unsere schöne Heimat. Kaputt, aber glücklich. Finale!

Dienstag, 2. April 2013

Warschau

Weiße Ostern

Vorgeschichte:
Wir buchten den Nachmittagsflug zurück und zahlen dafür je 20 Piepen mehr. Dann die Info, dass der Flug gestrichen wurde und wir auf den Abendflug umgebucht wurden. Rausgeworfenes Geld.
Am Gründonnerstag kaufe ich BVB-Tickets. Meine Kreditkarte ist scheinbar "voll" (Limit erreicht). Dann stelle ich fest, dass meine zweite Kreditkarte weg ist. Also topp Voraussetzungen vor einem Urlaub…

Bei Ankunft in Warschau schneit's.
Vom Flughafen nehmen wir den Bus. Ein Chinese, der kaum englisch spricht, fragt uns um Hilfe. Er kommt (also wohnt da) aus Irland. Was spricht man da nochmal?
Dann steigt ein polnischer Opa ein. Der fragt den Chinesen (der auch aussieht wie ein Chienese): "Sprechen Sie deutsch?" Eine durchaus amüsante Szene.
Wir kommen gegen kurz nach halb 2 in der Straße an, wo unsere Wohnung sein soll. Es schneit immer noch.
Die polnischen Adressen sind nicht selbsterklärend: die Adresse lautet soundso-Straße 8 / 25 (Office). Für uns klar: wir wohnen in Haus 8 und das Büro ist in 25. Die Straße geht aber nur bis 14. Wir finden heraus, dass wir zu Nr. 8 müssen und dort zu Wohnung 25, wobei der Eingang nicht in der Straße liegt. Es ist natürlich niemand da, obwohl wir uns per Mail und Telefon angemeldet hatten (und das auch bestätigt wurde). Wir gehen leicht angesäuert mit all unserem Gelumpe in das allernächste Restaurant (das ist glücklicherweise nicht weit in der Altstadt). Es schneit. Uns ist kalt. Ich schaue rein und sage: da drin muss es warm sein, die Kellnerin hat ein Kleidchen an (d.h. es ist kurz, hat kurze Ärmelchen und sie trägt natürlich keine Strümpfe oder Strumpfhose (oder nur eine ganz dünne – das bleibt ungeklärt). Ich bestelle zunächst einen Glühwein, Steffi einen Pott mit einer Art Tee zusammen mit einem doppelten Wodka (das ist also soetwas wie Punch, den man sich selber zusammengießen muss).
Dann essen wir lecker (mmmhhh Piroggen!) und gehen zurück.
Offizielle Eincheck-Zeit ist 15:00 Uhr. Natürlich ist immer noch niemand da. Ich muss also anrufen. "Ich bin in 20 Minuten da." Nach 50 Minuten kommt endlich jemand...
Die Wohnung ist nur 100 m entfernt und sehr schön (stylisch, vor allem neu eingerichtet und sauber). Auch hier: eine Hausnr., drei Eingänge...
Wir gehen noch einmal durch das Schneetreiben in die Stadt. Dann in den Supermarkt um die Ecke. Der ist ca. 200 m lang und 6 m breit. Wir nehmen uns von der "Frischetheke" 5 verschiedene "Rölleken" mit. Was drin ist? Das sehen wir dann beim Essen am nächsten Tag (war alles essbar).

K-Sa.: die Temperaturen sind explodiert: drei Grad. Allerdings genug, um den weißen Mist von den Straßen verschwinden zu lassen.
Wir laufen die Stadt "ab". Wir sind etwa zur besten Bundesligazeit so kaputt, dass wir irgendwo einkehren möchten. Fußball: Fehlanzeige! Zur Erinnerung: drei polnische Nationalspieler spielen beim BVB, von denen auch noch 2 treffen. Unverständnis... (Andererseits wüsste ich daheim auch nicht, ob man andere Ligen (außer der englischen) zu sehen bekommt, das geht evtl. in Wettbüros.)
Abends stehen die Polen Schlange vor den Kirchen. Der Rest der Stadt beginnt auszusterben.

Ostern! Man muss sich das mal vorstellen: wir sind in der Hauptstadt Polens und 100% aller Museen sowie über 50 % aller Restaurants haben geschlossen und das bei so vielen Touristen!* Mittags fängt es an zu schneien. Und zwar heftiger als am Fr. Wir fahren einfach mit einem Bus bis zur Endstation und zurück - sozusagen als Stadtrundfahrt. Von der Haltestelle bis zu unserem Zimmer kehren wir in vier Cafés o.ä. ein, um uns aufzuwärmen und zu trocken.

Oster-Mo.: wir besichtigen noch ein Museum, essen nochmal Piroggen, trinken noch eine angepriesene heiße Schokolade und machen uns zum Flughafen auf. Mehr war nicht drin. Mit Koffern und Schneeregen war selbst das schon nicht ohne. Am Flughafen will ich die letzten Slottis für ein Wasser ausgeben. „Nur mit Bordkarte.“ - ??? Was auch immer… Wir verlassen Warschau, ohne ein einziges Mal den Himmel gesehen zu haben…

Fazit:
Die Stadt ist wirklich schön, jedoch etwas runtergekommen (Putz und Farbe fehlen). Allerdings fällt eine objektive Beurteilung schwer, da alles weiß war (keine Ahnung, ob die Stadt sauber ist oder besonders grün sein kann…).
Die Fahrt vom Flughafen in die Stadtmitte kostet einen guten Euro, d.h. daheim sind die Preise ca. sieben (!) mal so hoch. Wieder mal der Beweis, dass der ÖPNV in Deutschland unverhältnismäßig überteuert ist.
Essen und Trinken ist hier günstig und gut (allerings keine Küche für Gesundheitsfanatiker - dafür gibt's allerdings recht wenig Dicke, zumindest was uns so über den Weg lief).
*In meinen Augen gab es hier überdurchschnittlich viele ausländische Besucher, deren Aufteilung mir sehr ungewöhnlich vorkam:
Schweizer, Holländer, Franzosen und andere Randgruppen 1 %
Engländer 2 %
Japaner 3 %
Russen 4 %
Deutsche 5 %
Amis 5 %
Skandinavier 10 %
Italiener 30 %
Spanier 40 %
Ach ja, und er eine irische Chinese, aber der zählt nicht, weil ich nur Leute "ohne Zusammenhang zum Flughafen" in meine Beobachtung einbezog.

Als Reiseziel durchaus empfehlenswert, allerdings auf keinen Fall über Ostern !

Euer
Doc. Schneehase

Montag, 18. März 2013

Lanzarote

Die Insel der (Schein)Toten

Freitag Abend. Kneipentour.
Entsprechend fertig bin ich am nächsten Morgen, als es losgeht.
Im Zug um 10 Uhr setzen wir uns zu 2 Blauen. Die beiden sind noch jung und nicht ganz so blöde wie die meisten von denen. Am Flughafen dann (natürlich später auch in unserem Flieger) ein richtiges Paradebeispiel des Packs: ein fast schon ausgestorbener GoKeWeSo*.
Flughafen, Düsseldorf: Kalt, Nieselregen: Feinstes Abreisewetter!
Wir kommen nach einem angenehmen Flug mit abschließender holpriger Landung an. Unser Verein hat verkackt. Sollen wir uns ärgern? Blauer Himmel und 23 Grad. Nein! Alles richtig gemacht!
Wir holen unseren Mietwagen: ein fast neuer (ca. 13.000 km gelaufen) Zitrön. 100 Piepen für eine Woche. Ok, ich wusste vorher (seit Menorca), dass es etwas Beschiss ist (man muss einen vollen Tank kaufen), bin dennoch etwas überrascht: für 87 Mäuse und den hiesigen Spritpreisen müsste die Mühle einen 75 Liter Tank haben.
Die Hotelanlange ist komplett in blau-weiß. Naja, schwarz-gelbe habe ich eh noch nie gesehen. Unser Zimmer ist spa(ta)nisch eingerichtet. Ein riesiger Röhren-TV mit sagenhaften ca. 30 cm Diagonale und den VIER (!) Sendern Eurosport, SuperRTL, BBC und einem Spanier verleiten uns nicht zum Fernsehen. Aber es läuft ja eh keine WM oder so.
Nachts werden wir wach: aus dem Bad zieht Kloakenduft in unser Zimmer. Wenn man davon wach wird, ist das schon eine Nummer! Es bleibt so auch bei offenem Fenster für die gesamte Zeit unseres Aufenthalts...
Ansonsten sind Unterkunft und Anlage sauber. Es sind höchstens ein Viertel der Zimmer belegt. Überwiegend Briten und Skandinavier. Die meisten - wie auf der gesamten Insel - haben schon die erste Rente eingefahren.

Wir machen unseren ersten Ausflug. Teguise. Ein schönes Städtchen mit einem riesigen Markt. Nach vier Ständen hat meine Frau bereits drei Sachen gekauft. Ich befürchte den vorzeitigen Bankrott, aber wir kommen so davon.
Der Ort auch scheinbar was für Hippie-Aussteiger. Es sind nur 21 Grad. Ohne Wind sehr angenehm, mir sind meine kurze Hose und T-Shirt eigentlich zu wenig. Trotzdem unterschätzen wir die Sonne. Mit dem Ergebnis, dass wir am Abend aussehen wie Verwandte von Rudolf Rotnase.
Das Auto zeigt die Reichweite bei meiner Fahrweise an: 700 km. Dann 740. Auf dem Rückweg zunächst 800, dann sogar 880. Kurz vor unserem Heim 960 km. Ich beschließe, die Schleuder über Nacht laufen zu lassen. Meine Frau ist dagegen. Die Quittung folgt am nächsten Tag: 1060 km (dh wir können jetzt noch ca. 15 Mal die Insel von Nord nach Süd abfahren).

In Kamen (oder so ähnlich), wo wir wohnen, gehören alle Läden mit Touristenrotz Asiaten. Alle bieten das Gleiche an. Hauptsächlich Schrott.

Unsere wirklich nette 75jährige Nachbarin erzählt, dass ihr Mann schon 20 Jahre död ist und dass der Bühl im Nachbarhotel schöner sei. Außerdem macht sie gern FKK. Ein Schauer überkommt mich. Am nächsten Tag macht sie ernst. Ich schaffe mein Gesichtsfeld noch rechtzeitig in Sicherheit...

Wir besuchen noch ein paar andere Örtchen und zu Letzt Arrecife, die Hauptstadt. Eine einzige Enttäuschung. Überraschenderweise hängen hier ne Menge Penner rum.
Für uns der Hammer ist das riesige Lava Feld auf der Insel. Definitiv eine Reise wert!
Dann besuchen wir noch eine Lavahöhle. Auch sehr cool. Doch plötzlich höre ich hinter mir einen Japsen, ein Keuchen, ich gerate in Panik. Gibt es diese Höhlentrolle tatsächlich? Mit dem Mute der Verzweiflung (wenn er mich schon frisst, soll die Nachwelt wenigstens einen Beweis erhalten) drehe ich mich um und knipse das Monster.

Wenn ihr das lest, wisst ihr, dass ich entkommen bin…

Am Donnerstag ist mieses Wetter, sogar Nieselregen. Ich bin tauchen und friere mir beim zweiten Gang den A… ab.
Kurz vor Ende des Urlaubs hat uns unsere Nachbarin vollkommen ins Herz geschlossen.
Der Wein ist alle, das Bier auch. Bevor ich losgehen kann, lädt sie uns zu sich ein. „Ich habe noch Wodka“. Na gut. Sie trägt für ihr Alter ein sehr kurzes Kleid. Moment: Wo ist denn ihr Unterh… Ich stürze den Wodka runter. Gastfreundlich ist sie wirklich. Das abgesetzte Glas ist schon wieder voll. Rein damit! Ich muss dieses Bild aus der Birne kriegen…
Am letzten Tag ist es dann mal richtig „heiß“ und wir bleibend das einzige Mal am Pool. Meine Frau verdirbt sich den Magen noch am Hotelessen und ich habe ein Hühnerauge (wovon?).

Fazit:

Die Insel gefällt uns von Anfang an recht gut. Überall Mondlandschaften mit leichtem Bewuchs. Weiße Dörfchen mit netten Kernen, schönen Läden und günstigen Restaurants. Essengehen geht wirklich gut für zwei Personen inkl. Trinken und Trinkgeld für 25 €.
Wetter war natürlich deutlich besser als daheim, jedoch abends draußen sitzen ging nur mit 2 Pullis. Die durchschnittlichen 22/23 Grad sind ohne Wind sehr angenehm mit allerdings etwas frisch, jedoch "gefährlich" genug, dass man sich verbrennen kann!
Die Beschilderung ist teilweise katastrophal (in eine Richtung ausgeschildert, in die andere nicht oder ganz fehlend). Auch was die Radiolandschaft angeht sind wir mehr als verwöhnt: der Redeanteil beträgt ca. 90 % und davon sind ca. 80 % spanisch.
Die Insel bietet (obwohl nicht viel größer) unverhältnismäßig mehr als Menorca.
9 Tage reichen locker und ein zweiter Trip ist nicht unbedingt nötig. Trotzdem wären wir gern noch ein paar Tage geblieben und waren traurig, als es vorbei war!

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* GoKeWeSo (GoldKettchen, weiße Socken), sowas wie VoKuHiLa oder LeSchliBom

Dienstag, 19. Februar 2013

Donezk

Mein erster Fanflieger

Zur Vorgeschichte:
Im Anschluss an das Pokalspiel gegen Hannover im Dezember haben wir im Fanclub gelost: 16 Namen in eine Mütze, Zahlen von 1 bis 16 in eine andere Kappe. Meine Frau (da Sie selber nicht in den Auslosungstopf wollte) übernahm die Aufgabe der „Glücksfee“, die sonst irgendwelche Pfeifen von der UEFA übernahmen (aber von denen wollte keiner unsere Ziehung übernehmen). Auch wenn meine Frau zweifelsohne die unangefochtene beste Loszieherin ist (zumindest was Grazie, Sympathie und Technik angeht), so war sie doch für mich nicht die Glücksfee: Platz 14!
Entsprechend deprimiert verzichtete ich am folgenden Tag darauf, mir die Ziehung des CL-Achtelfinales von wieder so einer UEFA-Pfeife anzusehen. Als dann Holgers Mail kam „du kannst also buchen“, war ich doch etwas unvorbereitet. Nach Donezk, das sonst ja in einem Atemzug mit Paris oder Sidney genannt wird, wollten komischerweise nur noch Mo und CP, so dass mein 14. Platz plötzlich vollkommen egal war.

Der Trip:
Gebucht wurde: Fanflieger 370 €, Bus von Dortmunder Hbf zum Flughafen Köln-Bonn: 20 €, Eintritt zum Achtelfinale der Champions-League 6,60 €.
Der Bus startete um 5:30 Uhr am Mittwochmorgen. Ich schlafe immer mies, weil ich Sorge habe, zu verpennen, was sich immer als Unsinn erwies. Die im Web angegeben U-Bahn um 4:59 Uhr gab es natürlich nicht (fängt also an wie immer). Ich habe genug Puffer eingeplant.
Der Bus hält auch in Lüdenscheid, um weitere Fans einzusammeln und noch mal (auf der sagenhaft langen Strecke nach CGN), um Leute rauchen und pinkeln zu lassen (dass die ersten bereits ein paar Kannen Bier plattgemacht hatten, müsste ich eigentlich nicht erwähnen). Um 7:30 Stau bei Köln. Wir biegen jedoch ab und sind (natürlich) viel zu früh da. Ich esse mein Zimtwuppi und ein paar abgelaufene Chips. Ein paar Leute haben mich bekloppt gemacht wegen angekündigter Streiks. Wir kommen ohne davon!
Im Flugzeug sitzt der Gruppentrottel direkt hinter uns: Er säuft, hat das lauteste Organ und macht ziemlich dämliche Witze, der darin gipfelt, dass er ein Loch in eine Flugzeugdecke reißt und die sich als Tunika anzieht. Und dann eine weitere als Kopftuch benutzt, um sich als arabischer Terrorist zu verkleiden. Alle sind müde und ich höre von anderen Seiten „halt doch einfach mal die Fresse“. Ansonsten klappen Flug und Einreise problemlos.
Wir fahren mit dem Bus (schon ein echtes Erlebnis) in die Stadt. CP lädt ALLE Dortmund Fans im Bus (47) ein: 10 Cent pro Fahrt. Dafür darf man bei uns nicht mal die Rolltreppe benutzen. Ich erkläre mit den Überbleibseln meiner einst blühenden Russischkenntnissen der Kontrolleurin, wo wir hinwollen. Unser kleinen Gruppe schließen sich zwei (wie sich später rausstellt für den selben Konzern arbeitende) Jungs an.
Es ist grau. Es wird den ganzen Tag nicht hell. Es ist nebelig. Trist. So stellt man sich gern mal die Sowjetunion vor. Naja, es scheint auch an einigen Stellen nicht viel passiert zu sein: die Gullideckel sind „aufliegend“, also ca. 15 cm höher als die Umgebung, hier und da sind ein paar Löcher im Asphalt. Mo kommt aus dem Staunen nicht mehr raus, dass ja hier nichts behindertengerecht sei. Ehrlich gesagt ist es auch für nüchterne, gesunde Fußgänger schon „nicht gerecht“.
Wir erreichen den Höhepunkt des Sightseeings: Den Leninplatz, der ungewöhnlicher Weise auch noch so heißt und erstaunlicher Weise auch noch die dazugehörige Statue hat. Wir lassen uns von meinen „Kollegen“ fotografieren.
Da kommt ein Deutschstudent, der sich ebenfalls mit uns fotografieren lassen will. Dann ein Goldzahn-Opa mit Enkel. Er will auch ein Foto mit dem Jungen und uns. „Deutschland, Deutschland, über…“ – Nein, nein sagen wir, das heißt jetzt nicht mehr so. „Dortmund, Dortmund,…“ – ja, das ist ok.
Dann hauen wir ab, um nicht noch mehr Modell zu stehen. Später will man uns nochmal fotografieren. Eigentlich sind die Leute nett. Ein paar lokale Trottel rufen uns auch mal „Heil“ entgegen. Oder „Stalingrad“, was übrigens von hier aus noch ca. 600 km entfernt ist. Ich empfinde noch mehr Mitleid für die armen Männer, die vor 70 Jahren bis hier laufen mussten. Ansonsten ignorieren wir solche Idioten hier.
Wir wollen essen. Ich erinnere mich an gutes und günstiges ukrainisches Essen bei meinem Trip mit meiner Frau nach Lemberg vor ca. drei Jahren. Wir finden kein Restaurant (oder es ist angeblich alles reserviert). Als der Magen uns erinnert und die Füße schon etwas weh tun, kehren wir mangels Alternativen in einen Dönerladen ein. Da gibt es bekanntlich kein Bier. Zu spät, wir sitzen schon. Die Toilette ist schon einen Besuch wert. 1A Service (der Döner wird gebracht, der Müll vom Vorgänger bleibt auf dem Tisch). Es gibt einen Heizstrahler. Er ist auf den Kühlschrank gerichtet. Das macht Sinn. Ein BVB Fan verkauft uns 3 Büxen in magenfreundlicher Temperatur. Das war’s dann auch mit unserem Alkoholgenuss (im Stadion gibt’s nichts).
Der Zug geht los Richtung Stadion. Ich schließe mich an. Es laufen ca. 2.000 Fans den kurzen Weg gemeinsam. Auf dem Weg habe wir alle 50 m zwei Uniformierte gesehen. Die sehen noch so ein bisschen aus wie zu Sowjetzeiten, allerdings nicht so albern wie unsere (die ja so Michelin-Männchen-mäßig eingepackt sind).
Vor dem Stadion: Personenkontrolle: Was ist das? Mein Deo. Ok, rein.
Vor dem Stadion: Personenkontrolle (ja, schon wieder): Was ist das? Eine Plastikdose mit Erdnüssen. Ok, rein.
Vor dem Block (aller guten Dinge sind 3): Personenkontrolle: Was ist das? Mein Deo. Ok, rein.
Es wundert mich schon sehr, dass ich der ganzen Zeit kaum Stinker rieche.
Das Stadion ist so eine moderne Arena. Mir scheint, dass der Großteil der Fans mit dem Geld kam: alle haben orangene Einheitsfähnchen und wedeln alle gleichzeitig. Ganz cool: unser ole, ole – ole, ole machen die hier mit vier Tribünen. Die Haupttribüne zieht nachher eine riesige Blockfahne hoch. Eigentlich cool, aber leider steht da "Shaktar" drauf (zur Erinnerung: Die schreiben hier Kyrillisch). Eigentlich etwas arm. Vor dem Spiel tausche ich seit 15 Jahren endlich mal wieder einen Schal, auch mit lateinischer Schrift. Tja, modernes Merchandise…
Der "Fanblock“ ist nicht mal so breit wie der 5m-Raum. Die ziehen nachher oben ohne aus. Evtl. ein Protest gegen die Beheizung des Stadions (an Energieverschwendung kaum zu überbieten). Außerdem machen die bei der Welle nicht mit. Von unseren Fans auch nur ich und noch der ein oder andere vereinzelte. Das finde ich doof.
Nach dem Spiel: Wir haben keinen Transfer zum Flughafen gebucht. Taxi? Nicht nötig: Es gibt kostenlose Shuttlebusse. Wir steigen nach ca. 30 Minuten Rumirren ein. Kurz danach startet ein Motor. Ich atme in den nächsten 10 Minuten mehr Abgase ein, als in den letzten 10 Jahren zusammen. Alle halten sich irgendwas vor den Mund.
Wir sind froh, endlich am Flughafen zu sein. Wir dürfen 20 Minuten eher starten weil alle da sind. Irrtum. Es werden nach und nach drei Personen aufgerufen. Einer kreuzt nicht auf. Fazit: 10 Minuten Verspätung. Ankunft trotzdem pünktlich, nur der Bus ist noch nicht da. Er kommt nach ca. 40 Minuten. Um 20 vor 8 bin ich daheim. Nach 28 Stunden gehe ich wieder ins Bett.
Ich freue mich schon auf den nächsten Trip!

Freitag, 12. Oktober 2012

101 Dalmatiener (oder Dalmater ?)

Ein Ausflug durch den Süden Kroatiens

Anreise

Um 9:25 Uhr starteten wir daheim (mein Vater brachte uns) Richtung Flughafen Dortmund. 20 Minuten später waren wir schon unser Gepäck los. Dieser Flughafen ist echt richtig geil! Leider fliegt er ja fast nur noch osteuropäische Städte ohne Meer an.
Im Flieger der erste Schock: die Saftschubse informiert uns darüber, dass wir offenbar durch das Buchen eines Koffers ein Getränk und einen Snack gratis hätten. Geil, aber nicht Doc. K. gemäß...
Keine 2 Stunden später sind wir schon da. Eine Begrüßungs-SMS lässt mich stutzen: "Willkommen in Österreich". Ich vergewissere mich kurz, dass wir nicht auch 100 Jahre zurück in die gute alte KuK-Zeit gereist sind. Nein, es ist 2012.
Apropos gute alte Zeit: der kroatische 50-Kuna-Schein sieht aus wie der gute alte 10-Mark-Schein (der vor Gauß). Aber es kommt später noch besser!*
Da warten wir schon auf unser Auto. Ein Susuki wasauchimmer macht einen guten Eindruck. Aber die beruhigende Nachricht: "ihr Auto muss bei 15.000 km zur Inspektion. Kilometerstand: 14.819. Haben die gedacht, wir übernachten am Flughafen und fahren nur in den Supermarkt mit der Schleuder???
Später gelingt es mir, die Vögel davon zu überzeugen, dass auch ein paar hundert km mehr den Braten nicht fett machen. Wir können die Mühle (die recht bequem war) behalten.

Der Süden

Die Wettervorhersage daheim wurde offenbar von Stümpern gemacht: von wegen 20 Grad und Wolken oder gar Regen: strahlend blauer Himmel, angenehm warm. Und bei diesem Wetter fahren wir die Küste runter. Es ist erstaunlich grün und ein Dörfchen netter als das andere. Schon die Rahmenbedingungen lassen ein richtiges Urlaubsgefühl entstehen. Das Fahren ist in aller Regel entspannt, es gibt wenig Verkehr. Natürlich, wenn man auf den engen kurvigen Straßen irgendeine Schnarchnase oder Schissbuxe oder einen LKW vor sich hat, kann man einpacken.
Wir erreichen das im Reiseführer angekündigte Wellblechhäuschen und sind nach zügiger Passkontrolle in Bosnien und Herzegowina (BiH). Die Straße ist erst mal Schrott. Naja, da es sich nur um einen 8 km breiten Streifen handelt, ist uns das egal (Straße wird aber besser). Unser Ziel ist das von ca. 5.000 Seelen bewohnte Dörfchen Neum. Ist schon ein klein wenig runtergekommener als das bald EU-beitretende Kroatien.
Die Suche unserer Unterkunft wird das erste kleine Abenteuer: zunächst mal bin ich zu dusselig, irgendwelche Navi-Karten aus dem Web runterzuladen. Also haben wir uns mit Gugl.Mäps-Karten versorgt. Allerdings bringen die in BiH herzlich wenig (kannst ja mal versuchen IRGENDEINE Route in BiH zu berechnen, zB nach Sarajevo - nur in Nordkorea gibt es weniger Infos).
Also sag ich mit dem Ausdruck (auf dem unser Apartment im Wasser liegen müsste) zu meiner Frau, guck mal, ob du hier einen siehst, den man fragen könnte, während ich hier wende.
Schwupps war sie weg und ich fand eine Frau, die nur den Namen der Unterkunft verstand. Bevor Steffi wieder auftauchte war die Dame mit einem Telefon und ihrem Sohn zur Stelle. Der Junge stieg ein und dirigierte mich zum Ziel, während ich mir Sorgen um meine Frau machte. Keine 10 Minuten später war ich allerdings mit dem Knaben zurück, um Steffi vorzufinden, die sich beim unserem Anblick kaputtlachte. Wie sich später rausstellte, war die Tante an der Rezeption die Cousine des Jungen. Die konnte auch englisch. Alle anderen Gäste waren Polen. Das Zimmer war sauber und der Balkon mehr als doppelt so groß wie unser daheim. 9 TV-Sender (mindestens die Hälfte polnisch) bescherten uns das Glück, kein Fußball sehen zu müssen.
Der Ausblick war der Hammer: ich fühlte mich immer wieder an einen kanadischen See erinnert (Neum liegt so in einer Bucht, dass man das offene Meer nicht sehen kann, auf der gegenüberliegenden Seite wir der "See" von grünen, bewaldeten Hügeln eingerahmt. Das klare Meer ist hier auch sehr kalt, weil es nach 3-5 Metern steil abfällt.
*Die Währung hier heißt "Marka" und besteht aus 100 "Feniga" und ist an die gute alte D-Mark gekoppelt (wer also nach über 10 Jahren immer noch "das sind ja soundsoviel Mark" labert, sollte am besten hierhin auswandern!
Im Hotel rechnet die Dame auch korrekt mit 1,955 um, so dass es egal ist, "in was" wir bezahlen. Als ich nachher im Supermarkt das auch erwarte, zahle ich 5 Euro Lehrgeld. Bei der Abreise bin ich schlauer: ich tanke und will natürlich mit der Kreditkarte zahlen. Das geht angeblich nicht. Ok, wie viel € denn? Und da kommt mir der Tankwart mit noch mieserem Kurs. Und wie heißt es so schön: Gier kann ein mächtiger Verbündeter sein. Ok sag ich, da muss ich zum Automaten. Und siehe da, die Kreditkartenmaschine geht doch!
Wir besichtigen noch

  • Dubrovnik: überall zu recht gelobt, daher auch recht voll, worunter natürlich etwas das Flair leidet;
  • Ston: angeblich mal die längste Mauer nach der chinesischen, Ort selber besteht aus 2 Teilen, beide sehr schön, der eine sieht von oben aus wie eine römische Siedlung und
  • die Halbinsel, wo wir an einer schönen Bucht am Strand ins klare Wasser gehen.

Der Norden

Wir wollten eigentlich den gleichen Weg (an der Küsten) zurück nehmen, weil's da n geilen See gab, folgten jedoch den Schildern mit dem Ergebnis, dass wir durchs Hinterland zur Autobahn gelangten. Auf den 100 km „kreuzten“ keine zehn (!) Autos unseren Weg. Und an Gebühren fielen sagenhafte 5 € an.
Von Split waren wir etwas enttäuscht: dafür, dass es die zweitgrößte kroatische Stadt ist, ist das historische Zentrum doch eher klein und der Diokletian Palast nur noch Ruinen.
Hier gab's dann auch den ersten Markt mit u.a. (BVB-)Trikots (na klar Peresic, aber auch Götze und Reus). Wir fahren also weiter, ohne im Cafe "Mösschen" einzukehren... Sibenik dagegen fanden wir sehr schön.
Abends waren in unserem Ziel Zadar angekommen. Die Unterkunft war zwar am Stadtrand, dafür ganz in der Nähe, ein Bushaltestelle und zum Strand nur den Berg runter. Zadars Altstadt (netter weise von den befreienden Alliierten teilweise kaputtgebombt) ist trotz allem echt schön und liegt auf einer Halbinsel.
Wir buchen einen Ganztagesschiffsausflug durch den Insel-Nationalpark "Kornati". Es fängt (trotz dass wir den Tag mit dem meisten Wind gewählt haben) schön an: der erste Stopp erinnert leicht an die Karibik, wir kommen vorbei an schönen Inselchen und machen einen längeren Stopp auf einer Insel mit See. Danach wir das Wetter immer mieser. Eine angekündigte Reiseleitung gibt es nicht. Alles entwickelt sich Richtung Flopp. Aber die Rettung: im Preis inbegriffen: ein Sandwich zum Frühstück, ein Mittagessen und Wein. Da nach fast 50 Minuten morgens immer noch keine feste Nahrung in Sicht ist, nehmen wir uns um 9:20 Uhr den ersten Wein (mein persönlicher Rekord). Es gibt dann endlich das Sandwich und ein zweiten Wein zzgl. Schnaps zum runterspülen. Pause. Beim Mittag lernen wir 3 Jungs aus Dresden kennen und haben Spaß mit denen. Der Wein muss ja weg. 4 Pullen später legen wir noch mal in einem Ort an, keiner weiß, was wir da sollen. Also nutzen wir die Gelegenheit, nach all dem Weißwein ein leckeres Pils für faire 2 € für den halben Liter zu genießen. Auf dem Schiffs gibt's für die letzte Etappe noch ne letzte Flasche Wein, bevor wir endlich wieder in Zadar ankommen. Ein Pils am Kai, eins aufm Volksplatz und wir haben die Lampen an. Wir steigen in den falschen Bus und machen eine unfreiwillige Stadtrundfahrt. Aber bald drauf kommen wir sicher daheim an...
Am nächsten Tag ist komisches Wetter: nur grau, aber es wird der wärmste Tag. Wir besichtigen einen Nationalpark, der ein internationales Klettermekka ist. Ich hatte auch mal daran gedacht, das zu lernen, aber jetzt nicht mehr: das erste, was ich wahrnehme: es ist furchtbar laut (zur Erinnerung: wir sind in einem Nationalpark = Natur), durch die Schlucht wird das Echo noch verstärkt. Alle brüllen irgendwas rum. Meine zweite Wahrnehmung (obwohl ich niemandem näher als 5 m komme) ist der Gestank von Schweiß. Als wir die stinkenden Schreier hinter uns gelassen haben, ist es richtig toll...

Die Mitte

Wir verbringen unsere letzte Etappe in Trogir. Der sogenannten „Museumsstadt“. Der Altstadtkern liegt auf einem Inselchen im (natürlichen, sogenannten) Trogir-Kanal. Unser "Apartmani" liegt ansonsten in einer gammeligen Gegend: es ist in einem gepflegten Haus mit vielleicht 6 oder 8 anderen Appartements, daneben eine kleine Villa, daneben ein Haus, das direkt nach der Fertigstellung in den Zustand "intakte Ruine" übergegangen ist und zu unserem Entsetzten hausen in der Bruchbude Leute. In der Wohnung unserer Vermieter riecht es nach Katzenfutter. Die Vermieterin kommt mit und zeigt uns die Räumlichkeiten. Dabei stelle ich fest, dass sie auch nach Katzenfutter riecht.
Obwohl sie eher in die Kategorie "Assel" einzusortieren ist, ist die Unterkunft ganz nett, wenn auch die schwächste der 3, mit schönem Blick auf Trogir, dem Meer und den dahinterliegenden Bergen. Außerdem handelt es sich wohl um Hundefutter.
Am vorletzten Tag (bzw. in der Nacht davor) gibt es ein Gewitter, das ich daheim schon seit Jahren nicht mehr erlebt habe. Es schüttet bis morgens. Um 10:00 ist es noch frisch, eine halbe Stunde später heiß. Am Abend gehen wir essen. Entweder wurden wir beim Wechselgeld beschissen oder ich habe versehentlich 16 Euro Trinkgeld gegeben. Das lässt sich nicht mehr genau rekonstruieren. Ich ärgere mich kurz und verbuche es unter "Doc. K.'s Reisespesen".
Wir sind am Abreisetag weniger als 20 Minuten am Flughafen. Der Flieger hat Verspätung. Wieder gibt’s einen Snack und ein Getränk gratis. Nach kurzer Flugzeit kommen schon Wolken und nach einem scheinbar endlosen Sinkflug taucht wie aus dem Nichts der heimische Flughafen auf. Wohl auch so Empfunden für den Piloten: kurz vor dem Boden starten wir durch – zu spät runtergekommen. Kurz danach landen wir. Es regnet Bindfäden. Wir sind zu Hause!

Fazit

  • Die Saison ist Ende September unverständlicher weise (!) vorbei. D.h. alles ist deutlich leerer (egal ob in den Straßen oder am Strand, überall) als in der Hauptsaison und auch leicht günstiger. Einige Läden haben schon zu gemacht, alles ist recht entspannt und das Wetter war perfekt (jeden Tag so ca. 27 Grad)!
  • In Kroatien gibt’s Pfand. Wer mich kennt, weiß, dass ich ein großer Fan davon bin. Es ist hier auf alles (!) Pfand. Nicht so dämlich wie bei uns, wo ich mich jedes Mal frage, warum zum Geier da nun kein Pfand drauf ist. Also da ist auf einem Jogurt-Drink ist da genauso Pfand drauf wie auf einer Schnapspulle. Allerdings gestaltet sich das abgeben also nahezu unmöglich: die kleinen Läden nehmen das grundsätzlich nicht. Nachdem wir in 5 gefragt hatten, haben wir die Schnauze voll. Erst recht, nachdem wir endlich einen großen gefunden haben: Rückgabe nur morgens. Keine Ahnung, was die geraucht haben, um sich das auszudenken…
  • Das Preisniveau ist leicht (!) unter unserem. Man darf nur nicht den Fehler machen, zum Essen eine Koka zu trinken: 0,25 l kosten mindestens so viel wie 0,5 l Bier! Essen gehen an sich ist auch etwas günstiger, dafür bekommt man allerdings ordentliche Portionen und immer (!) gute Bedienung.
  • Sowieso fanden wir die Kroaten extrem freundlich, viele können sogar deutsch.
  • Bier im Supermarkt gibt es in handlichen 2-Liter-Flaschen.

=> Ein rundum gelungener Urlaub, überhaupt nicht Doc. K.-like, für alle nur zu empfehlen!!!